Schmidt Svend 17Als es im Jahr 2014 darauf ankam eine Kinderfußballmannschaft (U8) mit einem Trainer zu besetzen habe ich mich, als Papa eines fußballbegeisterten Sechsjährigen, dazu entschlossen dieses Amt zu übernehmen. Gemeinsam mit Christopher Leske und seiner Frau Nicki versuchten wir Struktur in Training und Spielbetrieb zu bekommen. Trotz aller Widrigkeiten denke ich, dass wir das gut hinbekommen haben. Als Voraussetzung hatte ich bereits die B Lizenz (DFB Trainer C (Leistung)) mitgebracht. Dieser Lehrgang lag allerdings schon ca. 12 Jahre zurück, so dass ich, trotz aller besuchter Fortbildungsveranstaltungen, Wissenslücken und Defizite bei mir erkannte. Nach einer Fortbildungsmaßnahme zur Verlängerung der B – Lizenz entschloss ich mich schließlich die nächste Lizenzstufe zu erringen.

Um hierfür zugelassen zu werden, müssen folgende besondere Voraussetzungen erfüllt sein:

-Gültige B – Lizenz (Mindestpunktzahl 10 Punkte)
-Mindestens einjährige Tätigkeit mit der B – Lizenz
-Nachweis der Tätigkeit bei einem DFB Stützpunkttraining
von mindestens 20 Trainingseinheiten bzw. 10 Trainingsabenden

Zudem müssen noch folgende allgemeine Nachweise erbracht werden:

-Tabellarischer Lebenslauf inkl. des sportlichen Werdegangs
-Nachweis über die Mitgliedschaft in einem Verein eines Mitgliedsverbandes des DFB
-Nachweis darüber, dass der Bewerber in einem Verein eines der FIFA angehörigen Nationalverbandes Fußball gespielt hat (Kopie Spielerpass)
-Ärztliches Zeugnis über die sportliche Tauglichkeit (Original), nicht älter als drei Monate
-Erweitertes Führungszeugnis als Nachweis eines tadelfreien Leumunds (Original), nicht älter als drei Monate.
-Erklärung, dass der Bewerber sich der gültigen Ausbildungsordnung, den Satzungen und den Ordnungen des DFB und seines zuständigen Landesverbandes unterwirft.

Nachdem nun sämtliche Unterlagen und Nachweise von mir eingereicht worden sind, habe ich mich über die DFB Seite angemeldet. Im Weiteren wurden die Unterlagen von mir schriftlich eingereicht. Nach circa einer Woche erhielt ich schließlich die Bestätigung des Bewerbungseingangs und die entsprechende Einladung für den von mir ausgewählten Lehrgang. Anzumerken ist, dass im Jahr lediglich 11 Lehrgänge mit einer begrenzten Anzahl an Teilnehmern verteilt im ganzen Land stattfinden und die Plätze sehr schnell belegt sind.

Am 13.02.2017 begab ich mich schließlich zur Sportschule des Sächsischen Fußballverbandes „Egidius Braun", um meine erste Woche zu absolvieren. Schnell wurde mir klar, dass die Inhalte dieses Lehrganges sich teilweise deutlich von denen der bisherigen unterscheiden. Es ging nur am Rande um Methodik, vornehmlich waren gruppen- (auch mannschafts-) taktische Inhalte zu verinnerlichen. In vielen Gruppenarbeiten wurden themenbezogene Aufgaben er- und bearbeitet und mussten schließlich dem Lehrgangsleiter und der kompletten Gruppe in Theorie und Praxis dargeboten bzw. präsentiert.

Mit der teils geradlinigen deutlichen Kritik seitens der Lehrgangsleiter muss man schließlich klarkommen können. Unterm Strich ist sie nie unberechtigt und schlussendlich auch der Schlüssel gewesen, um den Lehrgang bestehen zu können.

Mit einer Hausaufgabe im Gepäck beschlossen wir die erste Woche. Nach knapp drei Wochen „Pause" begab ich mich wiederum zur Sportschule nach Sachsen. Zwischenzeitlich ist die Gruppe von 25 Teilnehmern auf 22 geschrumpft. Dennoch waren alle frohen Mutes. Unser Lehrgangsleiter wechselte. Der grundsätzliche Stil des Umganges änderte sich (zum Glück) nicht. Ich hatte mich mit der Art und Weise mittlerweile sehr angefreundet. Ein Original aus dem Ruhrpott, bekennender „VFL Bochum" Fan.

Wiederum wurden uns themenbezogene Aufgaben als Gruppenarbeiten übertragen. Wiederum Vorstellung in Theorie und Praxis, dieses Mal allerdings unter Prüfungsbedingungen. Und das unter den Augen den Lehrgangsleiters und den des mittlerweile hinzugekommenen DFB Ausbilders Ralf Peter. Harsche, aber wiederum berechtigte, Kritik wurde uns entgegengebracht. Was die ganze Angelegenheit ab jetzt auch zu einer psychischen Belastung machte. Es war für keinen der Teilnehmer so richtig erkennbar, wie die Tendenz generell aussah.Mit einem mulmigen Gefühl und einer weiteren Hausaufgabe , bereits prüfungsrelevant, ging es nach Hause.

Eine halbe Woche später erschien ich mit meiner Hausaufgabe im Gepäck zur Prüfungshalbwoche in der Sportschule Sachsen. Los ging es mit einer achtzigminütigen Klausur, in der u.a. Taktik, gruppen- individual- und mannschaftstaktische und Fragen beantwortet werden mussten. Weiterhin musste eine Lehrprobe mit anschließendem Kritikgespräch, sowie eine mündliche Prüfung (u.a. mit Videoanalyse) und ein praktisches Abschlussspiel (in der großen Halle) hinter sich gebracht werden. Für mich als Mitvierziger auch eine Herausforderung, spielten doch überwiegend 25 bis 30 Jährige, teils mit Regional- bzw. Zweitligaerfahrung, mit.

Die erlösende Nachricht, dass man bestanden hat, wurde einem erst am Dienstagabend mitgeteilt. Der psychische Druck bis dahin war kaum auszuhalten, scheint aber wohl auch Teil der Ausbildung gewesen zu sein. Die Erleichterung war allen anzumerken. Die konkreten Ergebnisse werden allerdings erst nach ca. 3 – 4 Wochen übermittelt.

Fazit: Ein körperlich- wie psychisch anstrengender Lehrgang, der einen allerdings weiterbringt.

Kosten:

Lehrgang € 570,-
Lzenz € 80,-
Unterkunft € 270,-
Verpflegung € 275,-

Weitere Infos zur Trainerausbildung im DFB