Wossidlo 17Gellersen dressiert Rummeltruppe

Am 6. Spieltag der Saison sollte es zum ersten Aufeinandertreffen unserer Schwarz-Gelben mit einem Titelkonkurrenten kommen. Zu Gast auf dem Heidberg war der, von vielen als Meisterfavorit gehandelte, VfL Lüneburg. Auch mit von der Partie war der letztjährige Leistungsträger des TSV Gellersen, Mevlan Baran. In der Saisonvorbereitung setzte es gegen VfL in der ersten Pokalrunde noch eine deftige Pleite, alle waren entsprechend gewarnt. Die Vorjahresmannschaft des VfL wurde durch 8-10 Neuzugänge extrem in der Spitze verstärkt.

Der TSV trat ohne größere personelle Experimente an und startete mit überlegenem Ballbesitz in die Partie. Wirklich effektiv zeigten sich in der ersten halben Stunde aber nur die Gäste. Aus einer eigenen Ecke kassierte der TSV einen Konter, der im letzten Moment vor dem Strafraum von Wossidlo gestoppt werden konnte. Wirklich durchschlagskräftig waren beide Offensivreihen nicht. Auf Seiten des VfL klärte Baran viele Situationen per Kopf, auf der anderen Seite löste Gellersen im Verbund fast alle Aufgaben problemlos. Der starke Wossidlo erstickte vieles im Keim, Kennemann lief einen gefährlichen Konter ab. "Heute war es nicht wirklich schwer zu null zu spielen", grinste Steffen Wulf nach Spiel, in der Hand das Siegerbier, spendiert vom Coach Sven Kathmann für das erste Spiel ohne Gegentor.

In der ersten Halbzeit hatte VfL noch zwei gefährliche Chancen, Gnida nach langem Ball aus extrem spitzen Winkel, hatte fast Keeper Wulf überrascht. Kurz vor der Pause trat Daniel Stäcker einen Freistoß aus gefährlicher Position, abgeblockt von der Mauer. Im Gegenzug wurde in der letzten Viertelstunde vor der Halbzeit Gellersen aktiver. Andi Demir brach mit einem langen Ball durch die Abwehr, konnte den aufsetzenden Ball jedoch nicht voll treffen und der Keeper parierte (30.) Weniger später landete ein 2. Ball bei Hövermann, der steckte durch auf "Schober" Scharfen, aber gut pariert vom Keeper. Ein weiterer gut gespielter Angriff über die rechte Seite konnte im 5m Raum von der teuersten Abwehr der Welt (na gut, der Bezirksliga) entschärft werden. So ging es mit einem gerechten 0:0 in die Halbzeitpause, auffälligster Mann war der spendierfreudige Schiedsrichter, der bereits 6 gelbe Karten verteile, nach dem Spiel sollten es 12 inklusive einer Gelb-Roten für Gnida sein.

Kathmann fand in der Pause die richtigen Worte, ein dreckiges 1:0 sollte es werden. Die Abwehr stand in der 2. Halbzeit felsenfest, ließ keine wirklich gefährlich Szene der Rummeltruppe von den Sülzwiesen zu. Spätestens nach dem Platzverweis für Gnida durch Handspiel und hartem Foul wurde die Partie einseitig. Die erste gelbe Karte war dabei überzogen. In der 74. Minute bebte der Heidberg dann zum ersten Mal. Philipp Kremer, die Gellerser Erdbeermütze und Führender im Strafenkatalog, luchste den Ball im Pressing einem Lüneburger Mittelfeldspieler ab, ließ den letzten Verteidiger aussteigen und scheiterte am Keeper, der Ball landete im Nachsetzen über Schober und Paddy Kühn bei Dynamite Demir, der die Kugel im langen Eck verwandelte. Geile Meile, 1:0 für Schwarz-Gelb.

In der letzten Viertelstunde offenbarte der VfL, dass sie nicht nur die teuerste, sondern auch die schlechteste Abwehr der Welt haben. Ein perfekt ausgespielter Konter über Becker landet in der 80. Minute beim völlig frei vorm Tor stehenden Demir. Dieser hat zu viel Zeit und lupft den Ball weit über den Kasten. Ein kurzer Moment Stille, dann hört man die Halsschlagader von Trainer Kathmann schlagen und sieht kurze Zeit später den weißen Gartenstuhl dran glauben. Den Rest des Spiels musste Kathmann also im Stehen zusehen. Aber das sollte erfolgreich sein. Zwar rutschte Becker haarscharf an einer starken Schober-Hereingabe vorbei, doch in der 88. Minute wurde erneut AD33 steil geschickt, er umkurvte den Keeper und schob zum 13. Saisontor (!) und damit zur Vorentscheidung ein, ein geiles Gefühl die hochbezahlte Rummeltruppe auf dem Heidberg zu schlagen!

Mit dem Abpfiff verabschiedete sich noch Interimstrainer und Mäzen Merz vorzeitig vom Heidberg, war er doch zunehmenst unzufrieden mit der Leistung des Unparteiischen. Immerhin verabredete er sich noch mit Jan Philipp Wulf auf einen Besuch im Fitnessstudio.

Aufgebot TSVG: St. Wulf - Dollinger, Wossidlo, T. Hövermann, J.-P. Wulf – Kennemann (83. Prange), Kremer, C. Müller, Scharfen - Kühn (77. S. Becker), A. Demir.