Wulf St 17Titelverteidiger geht Doppelbelastung aus dem Weg

Das zweite Pflichtspiel der Saison 2017/2018 musste unsere 1. Herren gegen den VfL Lüneburg absolvieren. Dazu musste man aufgrund der Umbaumaßnahmen auf den Sülzwiesen nach Ochtmissen ausweichen. So konnte man sich schon an das nette Ambiente beim OSV gewöhnen, denn man musste auch im ersten Punktspiel auf derselben Anlage antreten. VfL-Gönner Merz hatte vor der Saison etwas Kleingeld locker gemacht, sodass sich die Grün-Weißen von den Sülzwiesen ordentlich verstärken konnten und auch als einer der Mitfavoriten auf die Meisterschaft in der Bezirksliga gelten.

Nun zum Spiel. Das Aufeinandertreffen zweier kampfstarker Mannschaften begann mit viel Mittelfeldgeplänkel. Die erste Chance konnte unser TSV verbuchen, Demir zielte nach fünf Minuten nach guter Vorarbeit von Vorjahrespokalheld Kühn aber noch zu hoch. Im direkten Gegenzug fiel das 1:0 für den VfL. Eine Flanke aus dem linken Halbfeld hatte wohl unsere Innenverteidigung nicht kommen sehen. So konnte VfL-Stürmer Gnida per Kopf unbehelligt mit einem Freiraum von gefühlten 3 Metern Umkreis das Führungstor erzielen. In der Folge waren unsere Schwarz-Gelben wie paralysiert und nach 20 Minuten dann das 2:0 für den Gegner. Ausgerechtet M. Baran, im Vorjahr noch Mittelfeldmotor in unseren Reihen, setzte einen Schuss aus 35 Metern eigentlich ungefährlich auf unser Tor. Doch unser Keeper S.Wulf machte dann doch mehr aus dem Flatterball und legte sich ein verspätetes Osterei ins Nest. So stand es 2:0 und eine Herkulesaufgabe stand unseren Jungs bevor. Nicht, dass dieses ärgerliche Gegentor für S. Wulf schon genug gewesen wäre. Er verletzte sich in der nächsten Szene, als es im eigenen Strafraum wieder lichterloh brannte. Mit Schulterverletzung musste er gegen den ebenfalls angeschlagenen Johst ausgetauscht werden. Dieser hatte sich im Abschlusstraining daran versucht, über den Ball zu springen, ist jedoch kläglich gescheitert. Diagnose Bänderriss. Doch das hielt ihn nicht davon ab, sich zwischen die Pfosten zu stellen. Ein Mann aus Granit. In der Folge der ersten Halbzeit konnte man das Duell auf Augenhöhe gestalten, doch vergab jeweils gute Chancen durch Müller, Kühn und Demir. So war es dann der Vfl, der mit dem gefühlt vierten Torschuss das 3:0 erzielte (38. Minute). So ging es mit einem 0:3 Rückstand in die Pause. So hoch hatte man zuletzt zur Pause hinten gelegen als es noch den höherspielenden Nachbarn TSV Westergellersen gab, gefühlt zumindest.

Die zweite Halbzeit begann vielversprechend. Nach einer feurigen Halbzeitansprache von Neu-Coach Kathmann kam unser TSV mit Schaum vor dem Mund aus der Kabine. Doch dieser Schaum verschwand nach acht Minuten schon wieder. Als der VfL erneut mit dem ersten Angriff das 4:0 erzielt war die Messe gelesen. Die Entscheidung war gefallen, doch unsere Mannschaft ließ sich davon nicht entmutigten und steuerte wenigstens noch zwei Tore bei. So heißt Demir diese Saison unser einziger Pokal-Torschütze. Erst schloss er einen schönen Angriff über die rechte Seite ab (72. Minute) und danach durfte er nochmal vom Elfmeterpunkt einnetzen (81. Minute). Dass der VfL in der 90. Minute erneut durch Gnida zum 5:2 kam, war nur die berühmte Ergebniskosmetik und eine deutliche Niederlage stand zu Buche. Hoffentlich war dieses Spiel ein Warnschuss zum richtigen Zeitpunkt, damit man zum Auftakt in der Bezirksliga kein böses Erwachen erlebt. Somit ist aus der anfänglichen Dreifachbelastung mit NFV-Pokal, Bezirkspokal und Bezirksliga eine Einfachbelastung geworden. Vielleicht nicht das Schlechteste für unsere Jungs… 

Aufgebot TSVG: St. Wulf (26. Johst) – A. Breskas, Ferner, T. Hövermann, Wossidlo, Kremer, Dollinger (67. Hackbarth), Müller, Kühn (46. Scharfen) – Kennemann, A. Demir.