Vogel A 16Zweiter schlägt Letzten standesgemäß

Am vergangenen Sonntag stand eine Auswärtsfahrt ins schöne Dangenstorf zur SV Lemgow-Dangenstorf auf dem Programm. In Dangenstorf ist die Stimmung immer gut. Zumindest zu Beginn, wenn die Fans noch voller Hoffnung sind. Und so reiste man bei herrlichsten Frühlingstemperaturen und mit einer feurigen Trainingswoche im Rucksack an, die 100 Tore Marke fest im Visier. Die 100 stand schon bei der SV aus L/D, jedoch auf der falschen Seite. Hier kehrte jedoch Torjäger Steegmann zurück ins Team und der TSV Gellersen sollte besser ein Auge auf ihn haben, denn er ist einfach der, der dreht und angelt bei den Lüchow-Dannenbergern.

Pünktlich um 15:00 pfiff Schiedsrichter Jan Heinrich Lüske die Partie, welche auf feinstem Wembley -Rasen stattfand (der Greenkeeper ist einer der besten der Liga), an. Die Hausherren standen von Beginn an tief und setzten auf lange Bälle, um ihre schnellen Außen ins Spiel zu bringen. Die beiden Teams tasteten sich gar nicht erst ab, das war fast englisches Tempo, was da gespielt wurde. Auffällig in der Anfangsphase war vor allem Jan-Philipp Wulf, bei dem man ja nie weiß, erwischt er einen guten Tag oder einen sehr guten Tag oder versagt er total. In der 12. Minute gab er die Antwort, als das als Lahm-Nachfolger gehandelte Kraftpaket nach einer schönen Kombination aus halblinker Position einschweißen konnte. Das schmeckte den rund 15 mitgereisten Fans. Nur sieben Minuten später war es dann "Pät" Kühn, der einen Diagonalball von Brümmerhoff sehenswert im Tor unterbringen konnte. Wenn man das Spiel der SV Lemgow-Dangenstorf bis dahin interpretieren soll, stimmte eigentlich gar nichts. Bezeichnend dafür mussten die Hausherren ab der 43. Minute zu zehnt weiterspielen. Ihr Torwart Steven Streubel faustete einen langen Ball in Oliver Kahn - Manier weg. Ärgerlich nur, dass sich sein Strafraum fünf Meter hinter ihm befand. Er hat noch protestiert, brachte aber nix, ist heutzutage so. Nicht nur heutzutage, ist schon ewig so.

Mit der 2:0 Führung unser Heidberg-Jungs ging es dann auch in die Pause. In der Kabine formulierte der Trainer O. Klose nochmal das Ziel, die magische 100-Tore-Marke zu knacken. Im zweiten Durchgang spielte Gellersen die zahlenmäßige Überlegenheit clever aus, so dass man einige Zuschauer ungläubig murmeln hörte: "Das sieht aus, als würde Gellersen mit einem Mann mehr spielen". Die "Schwarz-Gelben" lösten viel durch die Mitte. Mit ihrem Quattro, Ihrem Allradantrieb. Mit Müller. Mit Baran. Mit Klepatz. Mit Demir. Was sich jedoch dann in der "Box" abspielte, war Großchancen-Vernichtung im großen Stil. Erst in der 60. Minute war es Chris Müller, der eine Ballstaffette über den gesamten Platz im Tor unterbringen konnte. Der TSV spielte sich in der Folge in einen Rausch. Kühn in der 77. und Demir in der 84. beide vorbereitet von Kennemann, stellten die Uhren auf 5:0. Lemgow/Dangenstorf war dann gut damit beraten, die Schotten dicht zu machen, um das 11:0 der Gellerser aus dem Hinspiel nicht nochmal durchleben zu müssen. Doch nur eine Minute später wurde Kennemann im Strafraum gefoult und Inge Gronholz, der draußen schon unruhig mit den Stollen klapperte, traf zum umjubelten 6:0. Fünf Minuten später war dann Schluss und der TSV konnte sich mit 3 Punkten und der Vize-Meisterschaft im Gepäck auf die feuchtfröhliche Heimfahrt begeben. Das Torekonto der Mannen vom TSV steht nun bei 99. Vielleicht fällt Nummer 100 ja gegen die Jungs aus Suderburg.

Aufgebot TSVG: Johst – Meier, Koplin (57. Warsitzka), Brümmerhoff, J.-P. Wulf – Baran, Müller, Klepatz (61. Gronholz) – Kühn, Demir, Kennemann.