Demir A 16Souveräner Auftritt beim Nachbarn

Letztes Wochenende musste unser TSV eine der angenehmeren Auswärtsreisen antreten. Es ging zum Vastorfer SK in die Samtgemeinde Ostheide. Die Mannschaft von Trainer Schlosser wird gemeinhin als ,,Wundertüte“ der Liga bezeichnet, weil sowohl Ausreißer nach unten, aber auch nach oben möglich sind. Nicht zuletzt der 1:0 Erfolg gegen Spitzenreiter Emmendorf war für den TSV Warnung genug. Dementsprechend konzentriert gingen die Schwarz-Gelben auch dieses Spiel an. Es ergaben sich von Beginn an zahlreiche Chancen, die daraus resultierten, dass die 5er- oder wahlweise auch 6-er Kette der Gastgeber ungewöhnlich große Lücken aufwies.

Diese Lücken wurden von den Mittelfeldstrategen Baran, Müller und Playmaker Klepatz ständig erkannt und auch genutzt. Ein Steilpass nach dem anderen fand entweder den Abnehmer Demir oder Kennemann, die unglaublich umtriebig waren auf dem sehr seifigen Untergrund. Doch in den ersten 25 Minuten sprang noch nichts Zählbares dabei heraus. Es mangelte noch an der Kommunikation in unserem Sturmduo. Nicht, dass zu wenig gesprochen wurde, aber man sagt ja nicht nur auf dem Fußballfeld, sondern auch in vielen anderen Lebensbereichen: ,,Manchmal ist weniger mehr!“ So war es dann Kennemann, der die Rufe seines Sturmkollegen als Erster ignorierte und in den Strafraum eindrang, nachdem ein Vastorfer Abwehrspieler einen langen Ball unterlaufen hatte. Anschließend konnte er nur noch per Foul im Strafraum gestoppt werden. ,,Endlich mal wieder einen Elfer rausgeholt“, freute sich ,,Pablo“ nach dem Spiel diebisch. Den fälligen Strafstoß verwandelte Klepatz traumwandlerisch sicher. Er lief in bester Mesut-Özil-Manier an und kratzte auch noch die letzten Spinnenweben aus dem Dreiangel des Vastorfer Tores, wenn sie sich durch das feuchte Wetter nicht sowieso schon verabschiedet hatten. Man hat wohl selten einen besser getretenen Strafstoß in Lüneburg und Umgebung gesehen… Folglich spielten sich unsere Jungs weitere Torchancen heraus und Vastorf verlegte sich auf das Kontern und auf Standardsituationen. Ein solcher Standard sollte dann auch den Ausgleich bringen. Wie aus dem nichts bekam Vastorf nach einem umstrittenen Zweikampf in der 38. Minute einen Freistoß in guter Position zugesprochen. K. Dollinger legte sich den Ball zurecht und brachte den Ball aus dem rechten Halbfeld in die Gefahrenzone. Den ersten Kopfball konnte TSV-Schlussmann St. Wulf noch parieren, doch der Abstauber landete genau bei Ortmann, der nur noch einnicken musste. So guckten sich alle in Schwarz-Gelb an und wunderten sich über den Ausgleich, doch das war es schon zu spät. Mit Wut im Bauch rannten die Gellerser wieder an. Mit etwas Glück und spielerischer Klasse konnte ,,Dynamite“ Demir einen Abpraller per Dropkick und gefühlten Mach 3 in die rechte Torecke des Vastorfer Gehäuses dreschen und die Führung war wieder hergestellt (Minute 44). Doch dies war noch nicht der Schlusspunkt der ersten Spielhälfte. Der schönste Angriff des Spiels brachte das 3:1 für unsere Mannschaft. Baran setzte sich mittels Doppelpass mit Klepatz und folgendem Solo auf der linken Seite durch und legte quer auf Kennemann, der nur noch zum 3:1 einschieben musste. ,,Ein Doppelschlag zu einem psychologisch sehr wichtigem Zeitpunkt“, kommentierte Co-Trainer Andy Vogel.

In der zweiten Halbzeit spielte sich ein ähnliches Spiel ab. Der TSV war eindeutig spielbestimmend und Vastorf betrieb weiter Schadensbegrenzung mit 5er-beziehungsweise 6er- Kette. Diese konnte noch einmal durchbrochen werden als ein verunglückter Abstoß des VSK-Keepers direkt in den Füßen von Demir landete. Der nahm den Ball an und traf mit einem sehenswerten Lupfer aus 35 Metern über den Torwart. Besonders ,,frech“ war der Abschluss mit dem Bauernspann. Mit diesem Tor Marke ´Tor des Monats November´ setzte sich unser Torjäger mit 13 Saisontoren auch an die Spitze der Torjägerliste der Bezirksliga. Die letzten 20 Minuten mussten schließlich auch noch abgespult werden und man konnte sich leisten, wichtige Stützen (Baran, Breskas), die mit vier gelben Karten vorbelastet waren, für das Topspiel gegen Emmendorf zu schonen. Ein weiterer erfreulicher Aspekt war, dass der A-Junior Nils Hackbarth in der Schlussphase zu seinem ersten Einsatz in der Bezirksliga-Elf kam. ,,Der 18-Jährige hinterließ einen guten Eindruck und kann auf weitere Einsätze in dieser Saison hoffen“, so Trainer Olli Klose nach dem Spiel. 

Aufgebot TSVG: St. Wulf – A. Breskas (80. Leonhardt), T. Hövermann, Brümmerhoff, Meier – Baran (77. Hackbarth), Müller, Koplin (77. Gronholz) – A. Demir, Klepatz, Kennemann.