Lohmann T 2012Selten so bitter verloren…

Einige Partien hat der TSV Gellersen II in letzter Zeit schon mehr als glücklich gewonnen. In Wendisch Evern lief es an diesem Wochenende genau anders herum… Über weite Strecken des Spiels zeigten die Schwarz-Gelben beim Aufsteiger eine überzeugende Leistung, hielten die Fäden bei eigener verdienter Führung auch bis in die Nachspielzeit hinein eigentlich fest in der Hand. Am Ende stand man völlig überraschend dann aber doch mit komplett leeren Händen da…

Mit voller Bank und leicht verändertem Team (Johst und Leonhardt aus der Ersten sollten die Sturmmisere beenden, Prange und Brose verstärkte nach längerem Ausfall endlich wieder die Defensive) ging der TSVG II nach der schwachen Vorstellung gegen Wittorf drei Tage zuvor in das Duell mit dem nächsten Aufsteiger. Zunächst war man noch etwas schläfrig, ließ bereits nach 2 Minuten eine gute Chance für Knaack zu, die die Defensive gerade noch zur Ecke blocken konnte. Doch dann bekam man das Spiel in den Griff. Bis unmittelbar vor dem Abpfiff kamen die Platzherren zu keinem weitern Torschuss mehr. Aber für Gellersen ergaben sich diverse Möglichkeiten. Doch die Sache hatte immer denselben Haken: Ob bei Fernschüssen oder Versuchen aus nächster Nähe – immer war Keeper Neumann auf dem Posten. Er verdiente sich an diesem Tag die Note 1 mit Sternchen.

Unmittelbar nach dem Wechsel dann aber doch die verdiente Gellerser Führung: Leonhardt scheiterte zunächst (wie sollte es auch anders sein) am SVW-Keeper, doch Prange schaltete am schnellsten, passte von der Grundlinie zurück auf Johst und unser „Ailton“ brachte den Ball über die Linie (0:1/ 49.). Tietz (50.) und der eingewechselte Rybakowski (75.) hätten eigentlich für die Entscheidung sorgen müssen. Doch Neumann parierte ebenso glänzend wie gegen seinen Mitspieler Zimmermann in der 62. Minute – es blieb beim 0:1.

Inzwischen regnete es in Strömen, wegen Gewitters musste die Pause zuvor sogar schon um 20 Minuten verlängert werden. Vielleicht auch wegen des seifigen Untergrunds kassierte Tietz in der 82. Minute wegen Foulspiels die rote Karte (die erste der 2. Herren seit Menschengedenken), doch auch in Unterzahl war Gellersen spielbestimmend. Erst in der 86. Minute kamen die nie aufsteckenden Wendischer zu ihrer zweiten Chance des Spiels, Brose behielt gegen Thäter aber die Oberhand und klärte zur Ecke. Dann kam die Nachspielzeit… Fast aus dem nichts nach einem Missverständnis zwischen Gellerser Abwehr und Keeper bot sich Muckenhirn die Chance zum Ausgleich, die er aus spitzem Winkel nutzen konnte (90. + 3). Dach damit nicht genug. Gellersen verdaddelte nur eine Minute später den Ball an der Mittellinie, Vierroth machte ein paar Schritte, zog aus 40 Metern einfach mal ab und überraschte Keeper Brose mit dem Tor zum 2:1-Endstand (90. + 4). Der Rest war Ungläubigkeit beim TSVG und unbändige Freude bei den Platzherren.

Fazit: Gellersen war das bessere Team. Auch ein Punkt wäre daher eigentlich zu wenig gewesen. Aber Respekt an den SVW, der niemals aufsteckte und mit einem genialen Keeper und einem traumhaften Siegtor den Dreier einfuhr.

Aufgebot TSVG: Brose – Struwe, Twesten, Breskas, Prange– Tj. Tietz, Trumann, Lu. Thörner, Frank – Johst, Leonhardt. Eingewechselt: Notzke, Rybakowski.